+ Christian Herwartz SJ

RIP Christian Herwartz SJ

Am 20. Februar 2022 ist Christian Herwartz SJ im Nachgang einer Operation im Krankenhaus Havelhöhe gestorben.

Wir finden gerade noch keine Worte. Daher möchten wir nur auf das schöne zehnminütige Interview mit Christian verweisen, in dem er seine Geschichte erzählt:

Ein erster Nachruf findet sich auf den Seiten der Jesuiten.

Das Requiem für Christian wird am Montag den 7. März um 10.30 h in Sankt Canisius in Berlin-Charlottenburg stattfinden. Anmelden kann man sich über diesen Link – setzt Euch auf die Warteliste, auch wenn dort “ausgebucht” steht. Es wird niemand abgewiesen, notfalls wird der Gottesdienst auf den Vorplatz übertragen.

Auf dieser Seite möchten wir Euren Gedanken, Erfahrungen mit ihm, Erinnerungen an ihn Raum geben. Tragt es einfach in dieses „Gedenkbuch“ ein.

 
 
 
 
 
 
 
33 Einträge
Michael Melchior aus Odenthal schrieb am 23. Juni 2022 um 18:16
Das Gedenken an Christian bedeutet für mich eine tiefe Dankbarkeit für viele gemeinsame Gedanken und kleine Schritte. Ich bitte darum, hier im Internet noch lange einen Erinnerungsort an Christian zu finden.
Sr Klara Maria aus Münster schrieb am 7. März 2022 um 19:34
Lieber Christian, heute Morgen las ich das Tagesevangelium. Mt. 25, 31 ff. Wie passend, dachte ich, diese Stelle am Tag deiner Beisetzung. Wer durstig oder hungrig war, dem hast du zu trinken oder zu essen gegeben. Fremde hast du aufgenommen, Gefangene besucht. Ich danke dir für dein Zeugnis. Auch mich hast du ermutigt zur Begegnung mit Gott an "Andersorten". Ich erinnere die dir eigene Verbindung von Zärtlichkeit und Klarheit, wo Menschenwürde und Gerechtigkeit verletzt wurden. Danke für deine Gabe zu provozieren, im wörtlichen Sinne des Herausrufens, aus Gewohntem, Bequemem. Es bleibt mir Stachel und Ansporn. "Wann haben wir dir Gastfreundschaft gewährt, wann bist du nackt gewesen oder krank oder im Gefängnis?" Ich wünsche dir, dass du nun Gott schaust, im großen Staunen, in Seiner neuen Welt.
Anne-Dore Jakob schrieb am 5. März 2022 um 1:12
Lieber Christian, danke für deine Aufmerksamkeit und Verbundenheit. Bei einer Beerdigung in Schönwalde (2012) trafen wir uns und sprachen miteinander: Ich war auf der Suche nach einem früheren Mitbruder, Pater Josef Dubis S.J. (1912 – 1945), der in den letzten Kriegstagen in Neukölln vor „seiner“ St. Christophorus-Kirche erschossen wurde. Danke, dass du uns Einblick in die Totenchronik des Ordens ermöglicht hast. Pater Dubis war ein überzeugender Katholik, der vielen Menschen zur Flucht verholfen hatte, der aufgeschlossen und modern war. – Zuvor kannte ich Dich nur aus Erzählungen. 2004 schenkten mir Idsteiner Freunde das Buch „Gastfreundschaft – 25 Jahre Wohngemeinschaft Naunynstraße“, welches ich mit viel Interesse las. Anlässlich deines Todes werde ich es wieder zur Hand nehmen und weiter darin lesen – Geschichten aus einer geschwisterlichen Welt, die nicht vergessen werden sollen.
Anna Elisabeth aus Berlin schrieb am 28. Februar 2022 um 9:44
Ich bin traurig und noch viel mehr dankbar, Christian Herwartz bei den Exerzitien auf der Strasse in St. Michael in Kreuzberg begegnet zu sein. Für mich ein ganz besonderer Zugang für meinen Glauben und ein Zuwachs an innerer Kraft durch die Erfahrungen dort. Mit grosser Achtung sag` ich Tschüss. Anna Elisabeth
Ole Voss aus 25436 Tornesch schrieb am 27. Februar 2022 um 14:47
Lieber Bruder Christian, bin Dir nie begegnet, Spuren Deiner Liebe und Güte seh ich überall. Gruß ole

Was sind Straßenexerzitien?

strex-2 (Foto: K. Happe)

Bei Straßenexerzitien sind die Teilnehmenden auf der Straße unterwegs. Hierbei folgen sie den Bewegungen der eigenen Sehnsucht. Sie lassen sich ein auf ungewohnte Lebenswelten — oft auf Menschen am Rande der Gesellschaft. So üben sie, sich selbst, den anderen und darin Gott zu begegnen.

Die Straßenexerzitien werden getragen von Frauen und Männern verschiedener Konfessionen, die selbst bei diesen Exerzitien prägende Erfahrungen gemacht haben. Wir begleiten Menschen unterschiedlicher Lebenswelten und Weltanschauungen aus persönlichem Engagement. Dabei schöpfen wir aus dem Reichtum biblischer Überlieferung und christlicher Tradition. Einmal jährlich treffen wir uns zum Austausch und zur Weiterentwicklung der Praxis.

Die Straßenexerzitien sind eng verbunden mit dem Jesuiten und Arbeiterpriester Christian Herwartz (*1943). Er lebte in einer offenen Kommunität mit ausgegrenzten Menschen in Berlin-Kreuzberg. Ende der 1990er-Jahre baten ihn Einzelne, ihre persönliche geistliche Auszeit gerade in diesem Umfeld zu begleiten: Sie gingen auf die Straße, um ihrer inneren Sehnsucht zu folgen und dabei die Stimme Gottes zu entdecken. Aus diesen Anfängen entwickelten sich vielfältige Formen von Straßenexerzitien. Sie werden heute an verschiedenen Orten in Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Österreich und der Schweiz angeboten.

Wenn du mehr über Straßenexerzitien erfahren willst, lies hier weiter.

Ein Beitrag in Wikipedia ist hier.

Hier geht es zu den häufig gestellten Fragen (FAQ).

Die nächsten Exerzitienangebote findest du hier.

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Im Angesicht der Schöpfungswunde

Straßenexerzitien-Wochenende am Garzweiler II-Tagebau, 12.-14.11.2021

„Gott, du mein Gott, dich suche ich“. Mit diesen Worten aus dem 63. Psalm starteten wir zu dritt am zweiten Novemberwochenende in unseren ersten Straßenexerzitientag am Braunkohletagebau Garzweiler. Um flexibel zu sein, waren wir mit einem Wohnmobil gekommen und standen im Dorf Keyenberg, wenige hundert Meter entfernt vom „Loch“. In diesen zwei Tagen wollten wir uns von der lebendigen Geistkraft führen lassen.

Nach dem Morgengebet machen wir uns auf. Die Umgebung des Dorfes wirkt idyllisch: Felder im Novembernebel, Pferde, die auf der Wiese grasen, in der Ferne sind Ortschaften mit Kirchtürmen zu sehen. Nur von einem kleinen Erdhügel umgrenzt ist das Bekannte jedoch plötzlich überschritten. Vor mir gähnt ein riesiges Loch. „Heiliger Boden“? Groß bis zum Horizont und unschätzbar tief, mit kahlen Hängen aus Erde, Sand und Kohle am Grund liegt es da. Nichts ist mehr dort, wo vorher auf Äckern Nahrungsmittel angebaut wurden, wo in Dörfern Menschen gelebt haben, wo sie ihr Zuhause hatten, ihre Familie und ihre Freund:innen. Fehlen, Abwesenheit.

Die „Schöpfungswunde“ reißt im eigenen Innern fast körperlich und verschlägt mir die Sprache, es breitet sich Traurigkeit aus. Nach gar nicht langer Zeit kommt Security und macht mich unsanft darauf aufmerksam, dass der Boden, auf dem ich stehe, Eigentum der RWE sei und ich ihn zu verlassen hätte. Mutter Erde – angeeignet und ausgenutzt von einem riesigen Energiekonzern. Ich gehe also ins Dorf. In Keyenberg sehe ich leere Geschäfte, verwilderte Vorgärten, verlassene Häuser mit herunter gelassenen Rollos. Das, was Menschen sich hier über Jahrzehnte und Generationen aufgebaut haben, der Ort, an dem sie geboren wurden, miteinander gelebt haben, z.T. gestorben sind, ist jetzt auch „Eigentum der RWE“. Trostlosigkeit liegt wie eine erdrückende Decke über dem Dorf. Selbst die Kirche ist geschlossen. Ganz wenige Häuser sind noch bewohnt, fast trotzig wirken die herausgeputzten Vorgärten, die sauberen Fenster und doch ist Resignation auch hier spürbar. Wie lebt es sich wohl als letzte/r Bewohner/in einer Straße – ohne Nachbar:innen, ohne Vereine, ohne Schule, Geschäfte, Gemeindeleben…? Ich sehne mich nach Trost und Schönheit angesichts dieser Zerstörung.

Am Nachmittag verabreden wir uns zum Besuch der Messe. Sie muss draußen vor der Kirche von Kuckum stattfinden, weil die Kirche selbst verschlossen bleibt: Sie soll entwidmet werden. Die Initiative „Die Kirche im Dorf lassen“ hat den Gottesdienst vorbereitet. Als Leitfaden dient der Satz: „Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter ihnen.“ Wir sind hier immerhin ungefähr 20 Menschen und fühlen uns ermutigt. Als wir gemeinsam „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ singen, ist für mich erstmals Hoffnung spürbar: So geborgen, „erwarten wir getrost, was kommen mag“. Gott ist anwesend, hier unter uns Menschen. In ihm geborgen mit unserer Verzweiflung und Angst über die Folgen der Klimakatastrophe. Ganz zart öffnet sich ein neuer Horizont.

Am Abend treffen wir die meisten Teilnehmenden des Gottesdienstes beim Lichtergang in Lützerath wieder. Dieses Dorf unmittelbar am Rand der Kohlegrube ist schon halb abgerissen worden. Dort formiert sich der Widerstand der Klimaschützer:innen sichtbar in Form von Baumhäusern und einer großen Zeltstadt auf einer Wiese – an diesem regnerischen Wochenende versinkt sie im Matsch. Meine Achtung für diejenigen, die hier in der Kälte leben, um weiteren Abbau zu verhindern, wächst. Die Menschen, die am Lichtergang teilnehmen, haben Laternen mitgebracht und erinnern mit Fackeln an verschiedenen Stellen des Rest-Ortes an Aktionen des Widerstandes in Lützerath.

Zu Beginn erzählt eine ältere Frau, wie sie „mit vier alten Frauen“ den Abriss der Landstraße 277 zu verhindern versuchten. Zu dem Zeitpunkt waren sie allein. Eingekesselt von der Polizei mussten sie dem Abriss zusehen. Ältere Frauen machen den Anfang und widerstehen. Eine adventliche Stimmung breitet sich aus:  Durch die aufgestellten Fackeln wird es heller im Rest-Dorf, das Licht nimmt zu – Symbol der Hoffnung an diesem dunklen Ort. Wir kommen mit unserem Zug an der „Eibenkapelle“ vorbei. Die Bäume bilden einen kleinen Raum, in dem gebetet wird, Kerzen flackern in der Dunkelheit, Bilder von Ikonen sind gleich neben dem gelben Kreuz, das aus Gorleben hierher getragen wurde, aufgestellt. Hier wird Gott offenbar von vielen Menschen angebetet. Hier zu sein lässt in mir das Vertrauen und die Überzeugung wachsen, dass Gott stärkt für den Widerstand gegen den Raubbau an unserer Erde.

Am nächsten Morgen beten wir gemeinsam das Abschlussgebet aus der Enzyklika „Laudato si“. Wie schutzwürdig unsere Mutter Erde ist, haben wir hier unmittelbar erfahren. Und ein Zitat von Hannah Malcolm wird uns gesandt und ermutigt uns mit ihrer Aussage: „Ich entscheide mich dafür, zu glauben, dass das, was wir auf der Erde tun, wichtig ist, ob Hospizarbeit oder prophetischer Widerstand, auch wenn wir die Flut des Todes, mit der wir konfrontiert sind, jetzt nicht umkehren können. Das ist möglich, weil unsere Aufgabe die Auferstehung ist – die Aufgabe, Leben aus dem Tod zu bringen“.

Gabriele Spliethoff, 21.11.2021

David: Die weitreichenden Folgen einer Begegnung

Die weitreichenden Folgen einer Begegnung Knapp 15 amerikanische Studierende der Landschaftsarchitektur sitzen in einem Raum und lauschen gespannt und leicht irritiert den Ausführungen und Ideen eines wohnungslosen Deutschen. Wie kommt es zu der überraschenden Szene? Um dies zu verstehen müssen wir knapp drei Monate in der Zeit zurückgehen.

Ich bin David und im Sommer nehme ich an Straßenexerzitien, in der Kirche der Obdachlosenseelsorge in Köln teil. Diese finden direkt vor meiner neuen Tätigkeit als Honorardozent für amerikanische Studierende statt. Als Landschaftsarchitekt arbeite ich inzwischen seit 15 Jahren, als Dozent habe ich auch schon mehrfach gearbeitet. Diese Exerzitien gönne ich mir als Auszeit vor dem spannenden neuen Projekt.

Die Exerzitien sind anstrengend, aber sie tun mir auch gut. Während dieser Zeit lerne ich Lothar einen Kölner Wohnungslosen kennen und schätzen. Wir sind ein einer Austauschrunde und sind uns sympathisch.

Die Exerzitien vergehen und meine neue Tätigkeit beginnt. Die Studierenden sollen unter anderem drei Spezialkonzepte für einen Platz erstellen, eines der Themen ist die Gestaltung bei einem hohen Nutzerdruck, also möglichst viele menschliche Interessen zu erfüllen. Die Arbeit geht gut voran.

Nach einigen Wochen bin ich das erste Mal wieder in der Innenstadt (in der ich eher selten bin) und gehe an Lothars Platz vorbei. Er ist da und ich setze mich zu ihm. Wir erzählen, wie es uns ergangen ist. Ich erzähle von den Studierenden, Lothar erzählt von einer Stadtführung, die er gegeben hat. Da habe ich eine Idee. Statt mit den Studierenden über mögliche Nutzungen durch Menschen, wie zum Beispiel Lothar, zu sprechen, könnte man Lothar selber fragen und einladen. So frage ich ihn, ob er kommen und uns etwas drüber erzählen würde, wie seiner Meinung nach ein guter Platz aussehen müsste. Lothar stimmt sofort zu.

Zwei Wochen später sitzt er vor den Studierenden, zeichnet auf dem Smartbord und erklärt Ideen und Ansichten. Da sein Englisch im üblichen Mittelfeld liegt, übersetzt eine Angestellte der Akademie für ihn. Zuerst trauen sich die Studierenden kaum Fragen zu stellen. Beide Seiten sind ein wenig vorsichtig. Nach einiger Zeit fällt es leichter. Die Studierenden fragen Lothar zu seinem Konzept, zu den Bedürfnissen und Wünschen von Menschen auf der Straße. Eine Vorsicht auf Grund der unbekannten Situation ist noch immer da, aber auch eine Kommunikation auf Augenhöhe mit Wertschätzung.​

Für die Studierenden war es eine außergewöhnliche Erfahrung. Sie wirken bewegt und auch nach-denklich. Den restlichen heutigen Tag kam das Thema immer wieder auf. Konzepte wurden umgeändert und ergänzt. Als Lothar nach seinem Vortrag geht habe ich den Eindruck, auch er ist zufrieden und erfüllt. Wenn ich ihn demnächst wieder besuche, werde ich es ihn fragen. Und wer weiß, vielleicht erzählt er den Studierenden im nächsten oder übernächsten Semester ja wieder etwas.

Die Stuttgarter Nachrichten berichten über Straßenexerzitien

Unter der Überschrift „Mit dem Kompass des Herzens unterwegs“ berichten die Stuttgarter Nachrichten (StN) ausführlich über ein Angebot von Exerzitien auf der Straße.

„Fast wie beim evangelischen Glaubensbruder Paul Gerhardt und dessen Sommerlied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“, so soll der Geist Gottes in den Straßen der Stadt gesucht werden: Drei Tage und einen Abend (vom 29. Juli bis 1. August) lang begeben sich die Teilnehmer auf die Suche nach Spuren von Gott. Eine geistliche Übung also, die abseits des Alltags zu einer intensiven Begegnung mit Gott führen soll.“

Lest selbst hier – und wer danach an dem Kurs interessiert ist, der findet hier nähere Informationen.

Klaus Mertes erhält das Bundesverdienstkreuz

Klaus Mertes

Klaus Mertes SJ ist vieles: Jesuit, Pädagoge, Publizist, streitbarer Zeitgenosse – und regelmäßig auch Begleiter von Straßenexerzitien. Daher freut uns die Nachricht sehr, dass er von Bundespräsident Steinmeier das Bundesverdienstkreuz erhält.

Mit ihm erhält es auch Matthias Katsch, der Sprecher des Eckigen Tisches, der die Interessen von Betroffenen sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen speziell im Kontext der Katholischen Kirche vertritt. Katsch war einer der ehemaligen Schüler des Canisius-Kollegs, die sich an Klaus Mertes als Schulleiter wandten und ihm vom Mißbrauch in den 1970er und 80er Jahren erzählten.

Foto: Etzagots, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Fastenpredigt von Luisa Neubauer

Luisa Neubauer im Berliner Dom

Luisa Neubauer, Mit-Gründerin von Fridays for future, hat letztes Wochenende im Berliner Dom eine Fastenpredigt gehalten. Eine sehr eindrucksvolle, kraftvolle Predigt einer jungen Christin – einfach mal anhören (ab Minute 32:00).

Um so bitterer ist es, wenn manche, die sich als Christen verstehen, nichts als Hass und Häme ausschütten, statt sich zu freuen über eine junge Frau, die Gottes Wort so prophetisch verkündet.

VIELFALT#9: Konsequenzen für die Begleitung

Aus der Impulsreihe für Begleiter*innen von Straßenexerzitien von Nadine Sylla, Josef Freise, Maria Jans-Wenstrup, Dorothee Steif und Elisabeth Kämmerling

Fast drei Monate sind wir mit euch einen Weg durch verschiedene Aspekte und Anregungen unter der Überschrift VIELFALT gegangen. Jetzt zum Abschluss wollen wir noch mal ganz konkret darauf schauen, wie sich dieses Themenspektrum konkret in den Straßenexerzitien ausprägen könnte, vielleicht sollte.

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Gott als Maler entdecken

Vielfach sind es Begegnungen mit Menschen auf der Straße, die bei Straßenexerzitien als Gotteserfahrung gedeutet werden. Manchmal sprechen auch Botschaften auf Schildern, Graffiti, Inschriften aller Art in der Stadt zu unserem Herzen.

Mir ist neulich die Begegnung mit Fotographien eines katalanischen Fotokünstlers zu einer tiefen geistlichen Erfahrung geworden. Die „Ornitographies“ von Xavi Bou, Aufnahmen von Vögeln im Flug, legen eine tiefe Schönheit der Welt offen, die uns im Alltag verborgen bleibt.

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VIELFALT #8: Missbrauch in Begleitung vorbeugen

Aus der Impulsreihe für Begleiter*innen von Straßenexerzitien von Nadine Sylla, Josef Freise, Maria Jans-Wenstrup, Dorothee Steif und Elisabeth Kämmerling

Beginnen wir mit einer kleinen Übung:

Ich hole mir ein paar gute Erinnerungen an Straßenexerzitien vors innere Auge.

Angesichts dessen frage ich mich: Worin liegt für mich der Reiz des Begleitens,
was macht mir daran Lust, was motiviert mich?

Evtl. schreibe ich einige Stichworte, die mir spontan kommen, auf.

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